Schon seit Längerem entwickelt sich die Homöopathie zu einer beliebten alternativen Behandlungsmethode für Tiere. Diese sanfte und in der Regel gut verträgliche Methode wird mittlerweile häufig zur Unterstützung des Heilungsprozesses genutzt und ermöglicht es (Haus-)Tierbesitzern, ihre Tiere selbst zu behandeln. Die Tierhomöopathie hat zum Ziel, nicht nur Symptome zu lindern, sondern auch die Reaktionen auf die Ursachen zu behandeln und somit individuell auf jedes Tier einzugehen. Sie findet sowohl bei akuten als auch bei chronischen Erkrankungen Anwendung.

Die einzelnen Mittel sollen Selbstheilungsprozesse anregen und unterstützen. Die jeweilige Wirkungsweise ist bei Mensch und Tier identisch, weshalb bei der Behandlung von Tieren meist die gleichen Mittel verwendet werden wie auch in der Humanhomöopathie. Die Verschreibung der homöopathischen Mittel durch einen erfahrenen Tiertherapeuten bzw. -arzt ist jedoch ratsam, da dieser das Tier in seiner Gesamtheit betrachten, und die genaue Symptomatik meist besser einschätzen kann als die Tierbesitzer. [1][2]

Angewendete Globuli für Tiere

Da es nur wenige homöopathische Mittel gibt, die speziell zur Behandlung von Tieren entwickelt wurden, werden bei Mensch und Tier je nach Symptomatik zumeist die gleichen Arzneimittel angewandt. Zu beachten ist, dass die Dosierung bei der Behandlung von Tieren eine wichtige Rolle spielt, da diese je nach Art unterschiedlich auf bestimmte Stoffe reagieren. [3]

Im Folgenden finden sich einige Mittel, die sich bei der Behandlung bestimmter Krankheiten bereits als hilfreich erwiesen haben. Auch die Dosierungsempfehlungen für verschiedene Tierarten werden angesprochen.

Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Je mehr Punkte einer Ausprägung auf den Betroffenen zutreffen, desto sicherer wird die Wahl der darunter aufgeführten Arznei.

 

Verletzungen und Schmerzen

Angewendete(s) Mittel:

Arnica e planta tota, Hypericum, Ledum, Nux vomica

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Hautausschläge, Ekzeme und Juckreiz

Angewendete(s) Mittel:

Apis, Graphites, Mezereum Rhus toxicodendron, Silicea

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Erkältung (Schnupfen, Rhinitis)

Angewendete(s) Mittel:

Aconitum, Ferrum phosphoricum, Hepar sulfuris

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Stärkung des Immunsystems

Angewendete(s) Mittel:

Ipecacuanha, Silicea

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall (Diarrhö)

Angewendete(s) Mittel:

Arsenicum album, Podophyllum peltatum, Rheum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Lebererkrankungen und Vergiftungen

Angewendete(s) Mittel:

Carduus marianus, Flor de Piedra, Okoubaka

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Herz-Kreislauf-Probleme

Angewendete(s) Mittel:

Apis, Apocynum cannabicum, Digitalis, Laurocerasus, Nux vomica, Scilla

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zahnfleischentzündungen (Gingivitis)

Angewendete(s) Mittel:

Apis, Kreosotum

Potenz: D12

Dosierung: 5 Globuli, 3 mal täglich

Zu beachten:

Wichtig bei der homöopathischen Behandlung von Tieren ist, dass, um das jeweils angemessene Mittel zu finden, sowohl die individuelle Symptomatik eines Tieres als auch dessen Art und Körperbau berücksichtigt werden muss. Unterschiedliche Tierarten können, aufgrund höherer oder niedrigerer Reizschwellen für einen Wirkstoff, unterschiedlich auf die Mittel reagieren. Die falsche Dosierung des Arzneimittels kann somit unter Umständen sogar zu Verschlimmerungen der Symptomatik führen.

Anstelle einer Selbstbehandlung durch den Tierbesitzer ist es somit immer ratsam, zunächst einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker zu konsultieren, der die jeweilige Wirkung eines Mittels auf das Tier genau einschätzen kann. Da Tiere sich anders als Menschen nicht verbal äußern können, ist die genaue Diagnose einer Erkrankung oftmals ebenfalls nur durch einen Tierarzt möglich, aufgrund welcher dann, unter Berücksichtigung der Individualität eines jeden Tieres, das passende Mittel ausgewählt werden kann. Auch ist es ratsam, Tierärzte mit der Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aufzusuchen, da diese in der Diagnostik und Erkennung der jeweiligen Krankheiten geschult sind, und somit akute Notfallsituationen sofort erkennen und Maßnahmen einleiten können. [5]